Unwetter in Dehmke

In früherer Zeit gab es Unwetter, die großen Schaden anrichteten. Am 1. Pfingsttag 1858 verursachte ein Gewitter eine große Überschwemmung und Verfließen der Felder.

Am 1. Juli 1886, 3 Uhr nachmittags, richtete ein Wolkenbruch mit Hagel,innerhalb von zehn Minuten furchtbaren Schaden an. In Dehmke stand das Wasser bis zu zehn Fuß hoch. Der lo Jahre alte August Beermann wurde auf der Diele des Hauses von der Leiter gerissen und fortgespült. Er wurde tot bei Meyers Haus in Königsförde (Echte) geborgen. Zur Erinnerung an dieses Unwetter wurde früher am 1. Juni eine Hagelfeier gehalten.

Am 1. Juli 1891 richtete ein Hagelschlag erneut riesigen Schaden an. Die Hagelkörner waren hühnereigroß und hinterließen in der Erde deutlich erkennbare Löcher. Besonders Ober- und Mitteldehmke waren davon betroffen. Alle Hagelkörner besaßen einen helleren Kern, der einem Auge nicht unähnlich gewesen sein soll.

-Die Hagelversicherung vergütete am Dehrenberger Strange 75-100 %,   in Unter-Dehmke, Breite und Wittrock 25- 60 %, im übrigen Dehrenberg 14 %.

Große Schäden entstanden auch durch das Verfließen des Bodens. 1891 gab es im größten Teil Deutschlands eine Mißernte , von der besonders Kartoffeln und Roggen betroffen waren. Der Preis für Saatroggen stieg gegenüber 1886 von 3 Mark je Himpten auf 6 bis 7 Mark.

An 22. Juli 191o um 10 Uhr richtete ein wolkenbruchartiger Hegen mit Hagel und Sturm, bei dem die Hagelkörner handhoch lagen, große Schäden an. Auf Schwöbbermeyers Hofe wurden.

14 Bäume entwurzelt, darunter zwei mächtige Eichen. Die Hagelversicherung vergütete bis zu 90 %.

Am 12. Mai 1912 wurde Dehrenberg von einem besonders schweren Unwetter betroffen. Davon berichtet die Schulchronik: "Dehmke scheint vom Unwetter besonders heimgesucht zu werden. Am 12. Mai 1912, an einem Sonntag abends gegen 9.00 Uhr, erhob sich ein furchtbarer Gewittersturm mit Hagel vermischt. Der Hagel zog strichweise und richtete großen Schaden an. Die Versicherungen zahlten teilweise bis zu 9o Entschädigung. Am schlimmsten aber wütete der Sturm, scheinbar ein Wirbelsturm. Auf Piepers Hofe stürzte das Dach des Viehhauses ein; von den schönen Eichen wurden viele entwurzelt oder wie Streichhölzer abgebrochen. Das Haus des Vollkötners F.R. Lübbe brach fast vollständig zusammen. In Dehmke war fast kein Haus, das nicht am Dache beschädigt war. Bei der Schule hatte der Wind den First vom Stalle abgedeckt und 25 Steine heruntergerissen.

In Dehrenberg sah es noch schlimmer aus. Auf der Breite war das Viehhaus eingestürzt. Bei Wellhausen war das Dach des Wohnhauses vollständig heruntergerissen. Anstelle des alten wird jetzt ein neues Wohnhaus erbaut. Bei Albrecht stürzte ein Schornstein ein. Strüves Scheune wurde gedreht. Am schlimmsten hauste der Sturm in der oberen Ecke von Dehrenberg. Auf dem früheren Wesselschen Hofe, jetzt Friedel Redeker in Groß Berkel gehörend, stürzten 2 Scheunen ein. Ei­ne neue massive wurde vollständig zerstört, die andere in Fachwerk verlor das Dach. Beim Vorsteher Redeker wurden sämtliche Obstbäume entwurzelt. Bei Rekate stürzte das Dach des Viehhauses ein. Bei Garvens wurden einige Wände eingedrückt, das Dach natürlich vollständig. Die Kinder waren im Bette ihres Lebens nicht sicher. Bei Siekmann wurde der größte Teil des Wohnhauses abgedeckt. Die Scheune stürzte ebenfalls ein. Der Sturm hob dabei eine Wand über eine Dreschmaschine, die vollständig unversehrt blieb. Der Gesamtanblick war gräßlich. Kriegsteilnehmer von 1870/71 erklärten: St. Privat hätte nach der Einnahme durch die Deutschen nicht schlimmer ausgesehen."